Lycée d’enseignement général et technologique
Docteur Koeberlé, Sélestat [FRANCE]

Ein österreichischer Schriftsteller im Elsass: Peter Landerl im Gespräch mit Schülerinnen (Première Littéraire / Frau Chanty und Frau Tempé)

Das Elsass und Österreich im Roman "Dunkle Gestalten"

Warum haben Sie in Ihrem Buch von Colmar gesprochen ?

Peter Landerl hat schon 5 oder 6 mal den Issenheimer Altar im Unterlinden Museum in Colmar gesehen. Er ist fasziniert von diesem Gemälde, weil es etwas ganz Schreckliches darstellt. Es geht um Jesus, der am Kreuz ist und um einige Frauen, die um den Toten trauern. „ Man sieht hier sehr gut das Leiden und dass der Tod nichts Schönes ist. In meinen Buch geht es um Personen, die wirkliche Problem haben, die so leiden, vielleicht nicht so stark, aber die so leiden wie Jesus am Kreuz. „



Welche Rolle spielt die gewissenhafte Beschreibung des Issenheimer Altars für die Handlung ?

Der junge Autor wollte mit seinem Buch veranschaulichen, dass das Leben nicht einfach ist, dass das oft leid- und schmerzvoll ist. Und diese Schmerzen drückt der Issenheimer Altar sehr gut aus. „ Es ging mir hier nicht so sehr um das Religiöse, natürlich ist das ein religiöses Motiv, sondern um diese Darstellung des Leidens." fügt Peter Landerl hinzu.



Interessieren Sie sich nur für Österreich, weil es Ihre Heimat ist ? Welches Bild von Österreich wollen Sie mit Ihren zwei Gedichten wiedergeben ?

„ Ein Schriftsteller hatte mal gesagt : Man sollte nur über das schreiben, was man kennt. Ich komme aus Österreich, ich kenne Österreich sehr gut und darum habe ich auch darüber geschrieben. "  sagt Peter Landerl. In seinem Buch spricht er nämlich von einem Verbrecher, der in den 50er Jahren in seinem Heimatdorf wirklich existiert hat. Er wollte zeigen, dass Österreich keine Idylle war, wie alle Leute glauben. Er wollte dieses Klischee in Frage stellen, weil er denkt, dass in den Dörfern genauso viel Kriminalität wie in den Städten herrscht. Er zitiert ein Gedicht Seite 48 von Karl Gattermeyer in der Österreichischen Mundart, das eine Welt darstellt, die aber nicht der Wirklichkeit entspricht, die anschließend beschrieben wird.

Wie und wann ist Ihr Interesse fürs Elsass gekommen ? Warum interessieren Sie sich für die Elsässische Kultur ?

Der Autor mag das Elsass sehr, die schwerlastende Geschichte des Elsass hat ihn interessiert, weil es zu Frankreich und dann wieder zu Deutschland gehörte und weil es das nicht so oft gibt, dass eine Region, einmal in diesem Land und dann im andern Land ist. Die Städtenamen gefallen Peter Landerl auch, zum Beispiel Straßburg. „ Mir hat es sehr gut gefallen, es ist Frankreich aber man merkt doch einen deutschen Einfluss, ein bisschen, also es hat etwas Deutsches, es hat was Französisches und das hat mich interessiert und hat mir sehr gut gefallen. " bestätigt der Autor. „ Die Elsässer haben oft wirklich das Gute aus Deutschland geholt und zum Teil das Gute aus Frankreich, und sie haben beides. Das ist ein Vorteil hier, den sie haben, sie können deutsche Kultur haben, sie können in Deutschland einkaufen, sie haben aber auch Frankreich, sie haben fast beides und das ist schön, finde ich."

Warum ist das Elsass so wichtig für Sie, dass sie in Ihrem ganzen Roman davon sprechen ?

Der Junge Mann findet, dass das Elsass gut zu seiner Geschichte passt, weil man im Elsass noch oft das Mittelalter, die alten Häuser und die alten Gebäude sieht. „ Kennen Sie dieses Biblische Zitat : Auge um Auge, Zahn um Zahn ? " fragt der Schriftsteller „ Dieses Denken gab es im Mittelalter und dieses Denken haben auch ein bisschen in diesem Buch die Figuren, und deshalb spielt das Buch eben in Straßburg und in Colmar. " Er hat sich auch für Straßburg entschieden  für sein Buch, weil es eine Europäische und kulturelle Stadt ist.

Wie lange wohnen Sie schon im Elsass ? Wie lange möchten Sie bleiben ? Was gefällt Ihnen besser als in Österreich ?

Peter Landerl ist kein typischer Österreicher, weil er kein Skifahrer ist. Er mag das Elsass, weil das Wetter milder ist und die Sonne mehr scheint. Er wohnt seit 5 Jahren im Elsass aber in 2 Jahren fährt er zurück nach Österreich. Er findet Regionen, wo es Wein gibt, schön. Leute, die Wein trinken seien lustiger als andere. Er findet Colmar und Straßburg sehr schön und die Regionen mit ihren Kirchen und Burgen. Er mag auch die geografische Lage, weil man sehr schnell in die Berge fahren und in Deutschland sein kann.

Caroline K./ Stéphanie.



Das Verlegen eines Buches.

Von dem Schreiben bis  zur Publikation.

Der Autor erklärt uns die verschiedenen Phasen bis zur Publikation. Zuerst fängt alles an mit einer Beobachtungsarbeit, also er beobachtet die heutige Gesellschaft, in der er auch lebt, und denkt darüber nach und analysiert, was er sieht und was er gesehen hat. Peter Landerl unterstreicht, dass man sich als Autor auch Fragen stellen muss. Zum Beispiel, wenn er ein Problem in der Gesellschaft sieht und es nicht versteht , fragt er sich:" Warum ist es so ?"  Damit beginnt auch die Arbeit, man muss Recherchen und Notizen machen. Peter Landerl schreibt sich Wörter, Ideen auf. .Dieser ganze Prozess dauert ein Jahr oder länger. Dann beginnt für ihn das Schreiben, aber als erstes muss er unbedingt einen Titel haben. Der Titel ist wichtig, genau so wie der erste Satz. Peter Landerl meint, dass der erste Satz der wichtigste im Buch ist, weil damit alles anfängt.:" Da ist die erste Melodie da, da ist der Rhythmus da ."
Danach folgt eine andere Phase, die auch sehr wichtig ist: das Korrigieren. Peter Landerl hat „Dunkle Gestalten"  zehn bis fünfzig mal umformuliert, damit das Buch perfekt wird. Bei Peter Landerl geht es so, dass er zum Korrigieren Kontakt mit einem Verlag aufnimmt. Und wenn die Korrektur seines Buches fertig ist, schickt er das Buch zurück. Wenn der Verleger positiv antwortet, dann wird das Buch noch einmal im Verlag gelesen und korrigiert, dann wird ihm das Buch zurück geschickt und schließlich verbessert der Autor sein Buch noch einmal. Zuletzt wird das Buch gedruckt, bevor der Schriftsteller einem Leserpublikum sein Werk vorstellt und Auszüge vorliest.

Was ein Roman besitzen muss damit er veröffentlicht wird.

Der Autor sagt, dass es schwierig ist zu bestimmen, wann ein Buch gut ist und welche Eigenschaften er dafür besitzen muss. Es  muss gut geschrieben, spannend und interessant sein. Er erzählt auch, dass es verschiedene Kriterien gibt beim Verleger und beim Leser.  PeterLanderl unterstreicht, dass die Leute Unterschiedliches suchen. Einige wollen schwierige Bücher lesen, andere einfache, einige wählen Krimis: „Manche wollen Figuren, die sehr plastisch sind."

Die Überarbeitung eines Roman.

Peter Landerl findet das gut, dass sein Buch korrigiert wird, weil der Verleger eine andere Perspektive hat. Es ist dieselbe wie die des Lesers.

Die Möglichkeit in Frankreich verlegt zu werden.

Der Schriftsteller erklärt, dass es gut wäre, eine Übersetzung seines Buch zu haben. Er sagt aber, dass wenige Bücher übersetzt werden, so ist es schwierig. Um in anderen Ländern verlegt zu werden, müssen Bücher sehr bekannt und sehr gut  verkauft werden. Momentan sind nur Texte ins Französische, Rumänische und Serbokroatische übersetzt, aber kein Buch.

Die Bezahlung bei einer Romanveröffentlichung.

Peter Landerl sagt gleich, wenn man ihn fragt, wie es so läuft mit der Bezahlung bei einer Romanveröffentlichung. „ Es ist nicht so einfach als Schriftsteller zu leben." Peter Landerl redet Klartext, er bekommt nur 10% für jedes Buch ,das er verkauft. Das heißt, er verdient 1,8 € für Dunkle Gestalten, das 18 € kostet. An einem Buch verdiene nicht nur der Autor, sondern der Drucker, der Buchhändler und der Verlag.

Céline / Léonie.



Die Arbeitseinteilung.

Wieviel Zeit widmen sie jeden Tag der Niederschrift Ihrer Romane ?

Eigentlich schreibt Peter Landerl nicht jeden Tag. Seiner Meinung nach ist das Trainieren, um gut schreiben zu können wichtiger, da gehört das Denken und das Lesen dazu. Aber wenn er schreibt, dann ist es natürlich intensiv.

Sind Sie sofort inspiriert ?

Peter Landerl ist meistens inspiriert in verschiedenen Situationen : wenn er mit dem Auto fährt, wenn er in der Universität unterrichtet, wenn er vor dem Fernseher sitzt, wenn er auf der Straße geht, wenn er mit Leuten spricht, wenn jemand etwas gesagt hat zum Beispiel. Das Problem ist, dass er es schnell aufschreiben muss, um es nicht zu vergessen. Er muss auch „so ein Gefühl haben", es muss eine Stimmung, eine Atmosphäre geben. Es kann für ihn sehr schwierig und frustrierend sein.

Ordnen Sie zuerst Ihre Ideen oder fangen Sie sofort an zu schreiben ?

Zuerst sammelt Peter Landerl Ideen und macht Notizen und erst dann fängt er an zu schreiben. Deshalb wusste er auch nicht am Anfang, wie sein Roman ausgeht. Zum Beispiel für „Dunkle Gestalten" veränderte sich die Zahl der Personen : es wurden zwei Personen und nicht eine einzige wie am Anfang (...), „Es ist eine Geschichte dazu gekommen und das veränderte sich sehr stark und sehr oft."

Schreiben Sie mehrere Romane gleichzeitig oder einen nach dem andern ?

Er schreibt immer einen Roman nach dem anderen. Aber er schreibt auch Erzählungen parallel zu seinen Romanen und auch manchmal Gedichte.

Elodie / Dinah.



Die Motivationen der Schriftstellers.

Ist das Schreiben immer eine Leidenschaft für Sie gewesen ?

Peter Landerl hat uns seine Leidenschaft für das Schreiben erklärt, die ungefähr „ mit 16-17 Jahren" entstanden ist. Er hat zuerst Gedichte geschrieben aber sie existieren nicht mehr, weil er sie zu schlecht fand. Allmählich hat er längere Texte verfasst. Er hat die Idee der Leidenschaft mit der französischen Übersetzung  „passion" hervorgehoben. Für ihn ist es sogar wie „eine Krankheit".

Was sind Ihre Inspirationsquellen ?

Die Literatur, das Kino, das Zeitungslesen bilden seine Hauptinspirationsquellen. Die Musik hilft ihm auch Ideen zu finden. „Ich kann nicht schreiben, ohne dass ich Musik höre".

Wenn ein Regisseur einen Film aus Ihrem Buch vorschlagen würde, wären Sie damit einverstanden ?

Zu dieser Frage hat der Schriftsteller eine geteilte Meinung: Er wäre nicht gegen einen Film aus dem Stoff von „Happy Together". „ Das könnte funktionieren. Aber für „Dunkle Gestalten" findet er es schwierig, weil es sehr viel im Buch zu erzählen gibt: „Man kann keinen so guten Film machen."

Elisa / Adeline.



"Happy together": ein erster Roman.

Warum haben Sie einen englischen Titel gewählt, während das Werk auf Deutsch verfasst ist?

Der Autor denkt, dass ein englischer Titel interessanter als ein Deutscher oder französischer Titel ist, weil Englisch prägnanter und musikalischer ist. "Englisch ist modern. In Deutschland und in Österreich sprechen fast alle Leute Englisch, das hat mit der Musik zu tun. Für die junge Literatur  spielt Englisch eine sehr große Rolle."

Haben Sie vor, den Roman ins Englische zu übersetzen?

Es tut uns wirklich leid für die englischen Leser, aber der Autor hat nicht die Absicht, den Roman ins Englische zu übersetzen. "Nein, habe ich nicht vor."

Suggeriert das Playmobil-Bild auf der Titelseite, dass das Thema des Romans die Kindheit ist?

Peter Landerl bestätigt, dass das Playmobil-Bild auf der Titelseite das Thema des Romans suggeriert, das die Kindheit ist, weil es die Geschichte von drei jugendlichen Freunden erzählt. Aber diese drei  Figuren sind nicht glücklich. „Sie kennen diese Playmobil –Männchen, die lachen immer. Ich finde dieses Lachen passt eben ganz gut. Aber viele Leute haben ganz große Probleme und tun so, und das ist schlecht."



Basiert die Handlung auf wahren Tatsachen?

Der Roman ist nicht autobiographisch, der Autor hat sich die ganze Geschichte ausgedacht. „Das ist Fiktion, das ist meine Idee, das ist meine Fantasie, diese Personen gibt es nicht, nur die Orte, also wo sich das ausspielt, das gibt es schon: Griechenland, London kenne ich schon aber das ist meine Fantasie, diese Leute gibt es nicht."

Sind die Romangestalten wirklich "Happy together" oder suggeriert dieser Titel eher das Gegenteil?

Der Titel des Romans ist in Wirklichkeit ein ironischer Titel zu dem Romaninhalt. "Das Gegenteil, ja, das Gegenteil, das ist Ironie, sie sind nicht glücklich„ betont Peter Landerl.

Aurore / Virginie.



"Dunkle Gestalten".



Welche Rolle spielen in diesem Roman Ihre eigenen Erfahrungen ?

Peter Landerl hat uns geantwortet, dass das Buch aus der „Ich- Perspektive" erzählt wurde, aber es geht um eine fiktionale Figur. Er hat sich meistens inspiriert von dem, was er in Straßburg und im Elsass gesehen hat. „ Die Literatur hat immer mit dem Autor zu tun", jedoch sollte der Leser den Erzähler vom Autor unterscheiden.

Warum haben Sie zwei Erzähler gewählt ?

„ Ich habe zwei Erzähler gewählt, um zwei verschiedene Perspektiven darzustellen."
Dabei meint er, dass es immer besser ist, wenn verschiedene Personen die selbe Geschichte erzählen, weil jeder etwas anderes mitzuteilen hat. Er hat uns dann erklärt, dass dieses Erzählverfahren hilft, die Komplexität des Menschen besser darzustellen und zu verstehen.

Können Sie den Titel erklären ?

„Dunkle Gestalten" ist schwierig zu übersetzen ins Französische."
Peter Landerl hat uns gesagt, dass er sein Buch „Die Grauen Seelen" nennen wollte. Aber er wusste, dass es schon einen Film gab im Französischen „ Les Ames Grises" dann hat er sich für „Dunkle Gestalten" entschieden.
Seiner Meinung nach ist eine „Gestalt" eine dubiose Person und das Adjektiv „dunkel" bestärkt die Idee, dass sie ein Geheimnis und etwas Negatives enthält.

Haben Sie eine Fortsetzung geplant ?

„Ich arbeite schon an einem anderen Roman." Der Autor hat uns erklärt, dass er für dieses Buch keine Fortsetzung geplant hat, dass diese Geschichte zu Ende ist.
Jedoch arbeitet er schon an einem anderen Roman, der vielleicht in zwei oder drei Jahren erscheinen wird.

Roseline / Caroline T.



Die Journalistentätigkeit.

Was hat der Journalismus Ihnen gebracht ?

Der Autor hat gelernt, die guten Fragen zu stellen und die richtigen Personen zu fragen. Aber nicht nur das, er sagt auch noch: „Ich habe aber gelernt, besser zu schreiben, auch in der Literatur." Er möchte, dass sein Buch von allen verstanden wird nicht nur von Akademikern.

Sind Sie ein leidenschaftlicher Sportler ? Sind Sie etwa deshalb Sportredakteur geworden, oder aus einem anderen Grund ?

Peter Landerl hat uns anvertraut, dass er Fußballer werden wollte, als er klein war.  Er hat uns  alle Sportarten erwähnt, die er schon gemacht hat oder die er immer noch macht, wie beispielsweise: Fußball, Radfahren, Rennen. Wir können daraus schließen, dass der Sport seine Leidenschaft ist, so seine Antwort: „Ich habe immer viel Sport gemacht [...] deshalb bin ich Sportredakteur geworden".

Haben Sie niemals daran gedacht, für französische Zeitungen zu schreiben ?

„Daran gedacht habe ich schon, aber es geht nicht, weil mein Französisch zu schlecht ist." Sagt der Schriftsteller, weil er nicht Französisch in der Schule gelernt hat. Aber jetzt wohnt der Autor in Frankreich und kann langsam besser sprechen und verstehen.

Welche Fähigkeiten sind wichtig, um ein guter Journalist zu werden ? 

Man muss neugierig und tolerant sein, sich für Politik, Sport, Kultur interessieren.„Ich glaube, das ist das wichtigste, dass man sich für alles interessiert."

Gibt es Unterschiede zwischen der Journalistenarbeit und der Schriftstellerarbeit ?

„Man schreibt natürlich beim Journalismus und bei Literatur, aber man schreibt ganz anders" sagt uns Peter Landerl. In dem Journalismus schreibt man nämlich über die Realität, aber in der Literatur schreibt man über Fiktion, weil man eine Welt aufbauen kann. Literatur ist Kunst. 

Maurane / Morgane.



Die biographischen Aspekte.

1993 haben Sie eine Ausbildung im Maschinenbau-Kraftfahrzeugbau abgeschlossen. Dann sind Sie auf die Universität nach Wien gegangen, um Literatur zu studieren. Warum dieser Orientierungswechsel?

Der Autor wollte Techniker werden und deshalb hat er  Maschinenbau-Kraftfahrzeugbau studiert. Aber als er 16-17 war, hat er viele Bücher gelesen und gesehen, dass die Literatur ihm mehr gefällt als die Technik. Er hat also  Literatur studiert.   

Sie haben eine literatursoziologische Untersuchung gemacht. Wie viel Zeit haben
Sie gebraucht, um genug Kenntnisse zusammenzutragen und eine Dissertation zu schreiben?

Er hat insgesamt 3 Jahre gebraucht, um die Doktorarbeit zu machen. Für ihn ist die Zeit sehr schnell vergangen, weil ihm das sehr viel Spaß gemacht hat. „Es hat mich sehr interessiert, deshalb waren die 3 Jahre nicht sehr lang für mich, sondern kurz für mich."

Welche Theorien hat Pierre Bourdieu entwickelt und welche Schlussfolgerungen haben Sie in Ihrer Dissertation formuliert ?

Peter Landerl hat uns mit einfachen Wörtern Bourdieus Theorie erklärt, mit welcher der französische Soziologe die Gesellschaft beschreibt.
„Es ist eine Feldtheorie", wo „ jeder irgendwo eine Position hat, je nachdem wie viel Renommee er hat, je nachdem was er kann."
Der Autor illustriert das mit dem Fußball und der Ligue 1: „Jetzt wäre Lyon ganz oben; Straßburg ist im Moment ganz unten und l'Olympique Marseille wäre ganz oben, obwohl sie nicht so gut sind aber viele Fans haben."
Peter Landerls Arbeit war nicht so einfach. Er hat ungefähr vier Mal" Die Regeln der Kunst" von Bourdieu gelesen, um es zu verstehen. Aber er hat auch bemerkt, dass man besser lernt, wenn die Arbeit nicht so einfach ist.

Sie haben Umfragen gemacht und sind freier Journalist gewesen. Können Sie uns einige Auskunft darüber geben?

Als der Autor Student war, hat er Umfragen gemacht, um Geld zu verdienen. Es war frustierend, weil die Leute oft "nein" sagen, wenn er Fragen stellen wollte.
Er erklärt: " Viele Leute haben Angst, aber ich will nichts verkaufen, sondern einfach nur Fragen stellen".
Es war jedoch auch interessant, weil er viel über die Leute lernen konnte.
Im Moment ist er noch freier Journalist und er schreibt immer über zwei Hauptthemen : „ Ich schreibe immer über Literatur und Fußball aber auch natürlich über Frankreich und das Elsass für Österreichische Zeitungen."

Sie haben mehrere Berufe ausgeübt: Sportredakteur, Freier Journalist, Lektor für Deutsch auf der Universität Straßburg. Welche Tätigkeit ziehen Sie vor?

Im Moment ist Peter Landerl an der Universität Straßburg, wo er Deutschkurse gibt. „ Ich finde das eine sehr schöne Arbeit ,(...) weil es schön ist, mit jungen Leuten zu arbeiten, weil er sehr nützlich ist, sehr sinnvoll ist", um Freundschaften zwischen Franzosen und Deutschen zu schließen, und auch in der Europäschen Union, damit die Leute sich verstehen können."
Als er Sportredakteur war, gab es einen großen Nachteil, an den er nicht gedacht hat. Das heißt, er musste immer am Wochenende und am Abend arbeiten : " Man kann seine Freunde eigentlich nicht sehen, und das ist das Problem und auch mit Familie ist es nicht so einfach." Schließlich meint er, dass die Sportredakteure oft allein und geschieden sind. 

Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft beruflich vor?

Die zwei nächsten Jahre wird er an der Universität bleiben und dann mit seiner Familie nach Österreich zurückgehen. „ Ich werde  jedenfalls weiter unterrichten und weiter schreiben". 

Eine Frage zu Ihrem Privatleben: Sind Sie verheiratet? Wie vereinbaren Sie Beruf
und Familie?

Der Autor ist noch nicht verheiratet, aber er hat uns anvertraut:  „Ich habe eine Freundin seit 15 Jahren [...] und wir haben auch ein Kind seit August, der heißt Jan und ist 8 Monate alt."       
Beruf und Familie kann er vereinbaren: „Es funktioniert, aber es ist im Moment schwierig, wenn ein Baby da ist".

Jessica /Marie.



Die Fragen von Proust.

Mein Hauptcharakterzug.
Mein Hauptcharakterzug ist Geduld, glaube ich.

Die gute Eigenschaft, die ich begehre bei einer Frau.
Wenn sie Mut hat etwas zu tun, etwas zu riskieren.

Meine Lieblingsheldinnen in fiktionalen Texten.
Das Problem ist, dass ich Bücher lese und dass sie mir gefallen, aber dass ich den Titel und die Figuren sehr oft vergesse, von dem bleibt so eine gewisse Atmosphäre im Kopf aber die einzelnen Figuren vergesse ich. Ich glaube im Moment  fällt mir nichts ein.

Meine Lieblingskomponisten.
Lieblingskomponisten? Also von klassischer Musik, es ist ein Komponist, der noch lebt, in Estland, er heißt Arvo Pärt.

Was ich sein möchte.
Ich habe da keine Vorstellung, keinen besondern Beruf. Ich möchte natürlich gern Schriftsteller werden, aber also besser ein glücklicher Mensch als ein unglücklicher Schriftsteller, ich möchte einfach zufrieden sein, ja.

Das Land, wo ich leben möchte.
Ich lebe in dem Land, in dem ich leben wollte, und das ist eben Frankreich , und das habe ich realisiert aber ich möchte auch wieder in Österreich leben. Also ich finde Österreich und Frankreich ganz gut.

Was ist Ihre Glückvorstellung ?
Die Vorstellung von Glück ist nicht an das Glück zu denken, weil ich glaube, wenn man das Glück sucht, hat man es nicht, wenn man es nicht sucht, glaube ich, hat man es schneller. Also ich finde man darf das Glück nicht absolut suchen wollen, sondern das Glück sieht man auch nicht, weil man es sucht. Also man sucht es, findet es nicht, weil man es oft hat, aber man erkennt es nicht. Haben Sie es verstanden ungefähr? Das Glück kann man schon suchen aber nicht verzweifeln. Das Glück ist in einem, man muss es nur erkennen glaube ich.

Was wäre das größte Unglück für Sie ?
Das größte Unglück für mich wäre, wenn ich nicht mehr sehen könnte, wenn ich blind wäre, wenn ich nicht mehr sehen könnte, wenn ich nicht mehr lesen könnte, und für mich ist es immer wichtig, Menschen zu sehen, mit denen ich spreche. Bei mir ist es immer wichtig, ich vergesse oft die Namen von Personen aber ich vergesse die Gesichter nicht. Für mich sind die Gesichter sehr wichtig von Personen. Und wenn ich nicht mehr sehen könnte, ich glaube, das wäre das Schlimmste für mich.

Was hassen Sie am meisten ?
Was ich am meisten hasse ? Populismus. Populismus in der Politik hasse ich am meisten. Wenn die Leute immer nur das sagen, was die Leute hören wollen, das mag ich nicht.

Die historische Personen, die Sie am meisten verachte ?
Ja natürlich Hitler. Also das ist sicher Hitler. Gibt es noch eine andere ? Ja, da bleiben wir bei Hitler. Ist die Person die ich am meisten hasse und verachte.

Die Militärtat, die ich am meisten bewundere ?
Eine militärische Tat..., ich bewundere keine militärische Tat, da gibt es keine, nein. Mag Militär nicht, vielleicht wissen Sie, in Österreich müssen Männer entweder in die Armee oder für ein Jahr Zivildienst machen, und ich bin also nicht in die Armee nicht zum Militär gegangen, sondern hab' Zivildienst gemacht, weil ich das Militär nicht mag und ich finde Militär löst nie Probleme, sondern verursacht immer Probleme also immer, wenn es Militär gibt, gibt es Probleme. Also deshalb gibt es keine.

Was ist die beste Reform ?
Die beste Reform? Die Frage verstehe ich jetzt nicht…Die Reformen, die politisch gemacht worden sind? Ah, das ist schwierig. Ja, da gibt's mehrere Dinge. Ganz allgemein politisch natürlich das Frauenwahlrecht, dass Frauen wählen dürfen. Das gibt es in Österreich seit 1918 also, seit 90 Jahren dürfen Frauen wählen. Ganz allgemein, das ist vielleicht keine  Reform, aber politisch auch die Konstruktion der europäischen Union, glaube ich, das ist schon das wichtigste Politische... die wichtigste politische Geschichte der letzten Zeit. Die Europäische Union, Ja...die Konstruktion der Europäischen Union.

Meine Lieblingsfarbe.
Ist orange, deshalb habe ich  für dieses Buch, die orange Farbe gewählt. Ich finde Orange warm, hell, erinnert an die Sonne, also ich habe das ganz gern. Ich mag Orange, ja !

Meine Lieblingsblume.
Die Lieblingsblume ist die Rose, die Rose, ja !

Die natürliche Begabung, die ich habe möchte.
Ich würde gerne musikalisch besser sein. Ich würde gerne ein Instrument wirklich gut spielen können, Klavier, Gitarre oder ein anderes Instrument, aber ich bin leider nicht gut. Ich liebe Musik, aber ich bin unmusikalisch, ich kann nicht. Ich habe ein Jahr Flöte gespielt, aber es war ganz ganz schlecht. Und das hatte mir der Lehrer gesagt. Er hat mir gesagt, dass es besser ist, wenn ich aufhöre, wenn ich nicht weiter mache. Und singen kann ich auch nicht.

Wie ich sterben möchte.
Ist das die letzte Frage, oder ? Sterben möchte ? Ich möchte ruhig sterben, ich möchte nicht plötzlich sterben. Ich möchte nicht bei dem Unfall sterben. Also lieber eine Krankheit als ein Unfall. Ich will nicht, dass es schnell geht. Es wäre gut,wenn ich vor dem Sterben noch Abschied nehmen könnte. Also eine Krankheit, die nicht sehr schwer ist.

Meine Lieblings Prosa Autoren.
Seit ich sechzehn bin, gibt es wenige Autoren, die mir gefallen haben. Ich kann immer „Der Fremde" und die „ Pest „ von Camus lesen, seit diesem Moment, weil es mir immer gefällt.

Mein Lieblingsvogel.
Es ist nicht der Storch wie im Elsass, aber die Ente. Mein Großvater hatte immer Enten. Ich mag die Farben und sie können schwimmen, fliegen, können beides, deshalb mag ich Enten.

Meine jetzigen Gedanken.
Jetzt denke ich natürlich an Sie, jetzt bin ich konzentriert." [Frau Chanty sagt „an Ihren nächsten Roman" ]
"Gestern, habe ich wieder geschrieben Ich habe nicht an einem Roman gearbeitet sondern an einer Geschichte, an einer kürzeren, und ich habe heute früh, also beim Autofahren hierher  daran gedacht.

Dinge, die ich am besten vergebe.
[Er versteht nicht sofort und er findet es sehr schwierig zu antworten.]
Wenn jemand ehrlich ist, kann ich alles vergeben. Ich bin kein nachtragender  Mensch.. Ich vergesse  Negatives schnell. Es gibt so Leute, denen wurde Böses getan und sie vergessen das nicht. Ich vergesse das glaube ich schon.
Ich kann, glaube ich ,alles oder fast alles vergeben.

Meine Fehler.
Viel zu viel auf mich zu verlassen, nicht auf andere.

Was ich am liebsten tun mag.
Wenn die Sonne scheint und, wenn ich ein gutes Buch lese.

Meine Heldinnen in der Geschichte.
Meine Heldin ... Maria Teresia, die Österreichs Königin war, weil sie viele Reformen gemacht hat.

Mein lieblings name.
Ich mag gern Jan aber die deutsche Version mit einem J.    

Mein Held in fiktionalen Texten.
Meursault in „ L'Etranger von Camus".

Mein Lieblingsdichter.
Peter Rühmkorf ( 25.10.1929) deutscher Schriftsteller; gibt in parodistisch  montierten Gedichten und Stücken eine polemische Zeitanalyse.

Mein Motto .
„ Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben". Man soll keine Angst haben im Leben, es hat keinen Sinn, man soll sich trauen.

Alle Schülerinnen.


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