
Come Comenius Come.
1. Szene. Alles fließe von selbst.
Carmen Also, hat jemand eine Idee?
Kathi Was war nochmals das Spezielle an ihm?
Nora Er soll ein Universalgelehrter gewesen sein.
Julia Ein Humanist.
Linda Pädagoge.
Chiara Theologe.
Paula Philosoph.
Sonja Hat fünf Sprachen gesprochen.
Sonja Sein Motto war. Ähh war.
Julia Alles fließe von selbst. Gewalt sei fern den Dingen.
Carmen Und wie lange sollte das Stück werden?
Julia Wie immer, so 30 Minuten.
Kathi Und warum muss es ausgerechnet ein Stück sein über diesen Comenius.
Sonja Warum nicht Romeo und Julia.
Linda Weil das Programm, das die Schulpartnerschaft sponsert eben nach Comenius benannt ist..
Chiara Das haben wir wirklich schon diskutiert.
Paula Also gut, dann mach doch einen Vorschlag wie wir diesen edelen Menschen, diesen Humanisten, diesen Theologen auf die Bühne stellen können.
Nora Wir müssen auf jeden Fall auf den historischen Kontext näher eingehen, den dreißigjährige Krieg.
Linda Der dreißigjährige Krieg war schrecklich.
Sonja Er dauerte dreißig Jahre.
Carmen Gewalt, Vertreibungen, Gemetzel, Vergewaltigungen, Hunger, Seuchen, Armut, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit. Die Bevölkerung reduzierte sich in dieser Zeit von 16 Mill. auf 9 Mill. Ganze Landstriche wurden entvölkert.
Julia Und Gedicht wurden darüber geschrieben. Tränen des Vaterlandes.
Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret!
Die freche Völker Schar, die rasende Posaun
Das vom Blut fette Schwert, die donnernde Kartaun
Hat allen Schweiß und Fleiß und Vorrat aufgezehret.
Paula Die Türme stehn in Glut, die Kirch ist umgekehret
Das Rathaus liegt im Grauß, die Starken sind zerhaun
Die Jungfern sind geschändt und wo wir hin nur schaun
Ist Feuer, Pest und Tod, der Herz und Geist durchfähret.
Nora Hier durch die Schanz und Stadt fließt allzeit frisches Blut
Dreimal sind schon sechs Jahr, als unsre Ströme Flut
Von Leichen fast verstopft, sich langsam fortgedrungen
Nora Doch schweig ich noch von dem, was ärger als der Tod
Was grimmer denn die Pest und Glut und Hungersnot
Dass auch der Seelen Schatz so vielen abgezwungen.
Andreas Gryphius
Linda Ergrüffend.
Nora Ein schönes Gedicht hat immer Platz. Lyrik an die Macht!
Linda Schlichtweg ergrüffend.
Chiara Seid ihr jetzt fertig?
Carmen Wie heißt der Leitspruch des guten Mannes noch mal : Alles fließe von selbst. Gewalt sei fern den Dingen.
Kathi War anscheinend ein hoffnungsloser Idealist.
Paula Hoffnungslos nur deshalb, weil er allein auf weiter Flur war mit seinen Ansichten. Er war ein Visionär. Ein Weltverbesserer, der an das Gute im Menschen glaubte. Er hat die Möglichkeiten für eine bessere Welt gesehen und auch klare Vorstellungen davon gehabt. Wenn es damals mehr solche „hoffnungslose" Idealisten gegeben hätte, wenn diese Idealisten die Mehrheit gewesen wären, dann wäre daraus Realität geworden. Davon hat er geträumt , Comenius.
Chiara Ja ja, wäre, hätte, täte.. Es zählt was ist und nicht was hätte sein können. Mein Gott, das hat doch jeder, ein paar Vorschläge, wie man die Welt verbessern könnte.
Sonja z.B. keine Schulen mehr?
Julia Haben sich die Mächtigen jemals darum geschert? Schau dir doch die Weltlage an! Wie hast du vorhin gesagt? Gewalt, Vertreibungen, Gemetzel, Vergewaltigungen, Hunger, Seuchen, Armut, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit,.
Carmen Außer dass sich die Welt in den 400 Jahren seit Comenius ein paar Mal gedreht hat, ist doch alles gleich geblieben.
Kathi Na ja, so ist es auch wieder nicht. Da hat sich schon einiges getan durch die Aufklärung und den Fortschritt. Das Feudalsystem ist abgeschafft. Wir leben in Demokratien, in Frieden und Freiheit und einer Wohlstandsgesellschaft.
Linda Bei uns. Aber fahr einmal ein paar hundert Kilometer in den Süden. Wie schaut's in Afrika aus mit dem Wohlstand? Wie im Irak mit dem Frieden? Wie in China mit der Freiheit?
Nora Und genau deshalb ist Comenius aktueller denn je. Wir sind in 400 Jahren zwar ein Stückchen weiter gekommen, aber noch nicht am Ziel angelangt. Er hat sicher seinen Teil dazu beigetragen mit seinen Schriften.
Sonja Was für Schriften?
Julia Ein Buch heißt z. Bsp. Das Labyrinth der Welt. Da hält er seinen Zeitgenossen einen Spiegel vor und prangert die Laster seiner Zeitgenossen an und die Ungerechtigkeit des Feudalsystems, die Kluft zwischen Reich und Arm und die Unhaltbarkeit des sozialen Verhältnisse.
Paula Comenius, der Revolutionär! Klingt interessant.
Nora Ist es auch.
Sonja Dann könnten wir vielleicht doch darüber, über das Buch..
Kathi Ein Stück machen?
Paula Warum nicht?
Chiara Zuerst stellt sich Comenius vor und dann dramatisieren wir sein Labyrinth der Welt.
Alle Nichts wie ran
2. Szene. Comeniusportrait in Gedichtform.
Da steh ich nun Comenius
Mein Leben war ein wilder Fluss
Kaum war ich sesshaft an einem Ort
So musste ich schon wieder fort.
Mir ging es damals schon so schlecht
Wie später einem gewissen Brecht
Ich wurde von Land zu Land getrieben
Und wäre doch so gern geblieben
In meinem wunderbaren, schönen
In meinem Heimatlande Böhmen.
Doch die Umstände, sie waren nicht so
Dafür die Menschen äußerst roh
Sie führten Krieg an die dreißig Jahr
Darüber wurde grau mein Haar
Frau und Kinder hab ich verloren
Ach wäre ich doch nie geboren
Ach wäre doch meinem Leben
Lieb und Lust und Freud gegeben
Doch was nützte es zu klagen
Am Menschsein zu verzagen
Meine Welt sah ich verderben
Alles lag ringsum in Scherben
Damals hab ich's tief empfunden
Wenn jetzt nicht wird der Weg gefunden
In eine neue friedensreiche Zeit
Als Vorgeschmack der Ewigkeit
Dann rettet nicht einmal mehr beten
Den Untergange des Planeten
Deshalb hab ich mich aufgerafft
Tag und Nacht hab ich geschafft
ging gänzlich auf in meinem Bestreben
den Menschen Sinn und Halt zu geben
mit Büchern, Schriften sonder Zahl
ihnen zu zeigen dass die Wahl
zu einem gottesfürchtigen Leben
ihnen ist in die Hand gegeben
damit sie lernen selbst zu denken
und dann ihr Tun in Bahnen lenken
ihr Leben schlussendlich danach richten
auf Gewalt und Kriege zu verzichten
Ja, ich war ein Utopist,
wollte mehr als machbar ist
wollte Bildung für alle Schichten
wollte Sprachen unterrichten
damit sich die Menschen besser verstehen
damit sie gemeinsame Wege gehen
wollte allen alles lehren
wollte niemanden bekehren
hielt es für möglich dass auf Erden
alle zu Brüdern uns Schwestern werden.
Sprachen werden die Völker verbinden
Vorurteile, die verschwinden
Es wird ein einig Europa geben
In dem alle Menschen friedlich leben.
Doch leider blieb es Vision
Ich erntete den Lohn
Meiner Arbeit meines Strebens
Leider nicht zeitlebens
Ich wollte Glauben und Wissen verbinden
Damit die Menschen zu sich finden
Ich habe das Pflänzchen Humanität
mit meinen Schriften ausgesäht
Zu meinen Lebzeiten hab ich's gegossen,
jedoch noch keine Frucht genossen.
Die Pflanze wächst, ich weiß es, langsam
Doch wird vielleicht in 400 Jahren
Ein großer Baum dann Früchte tragen
Die Menschen waren zu meiner Zeit
Allenthalben noch nicht so weit.
Die Welt schien wie ein Labyrinth
Darin sie wie Mäuse gefangen sind
Und dieses Labyrinth der Welt
Wird ihnen heute dargestellt
Lehnen sie sich zurück
betrachten sie das Stück
denken sie sich ihr Teil
Im selber Denken
liegt das Seelenheil
3. Szene. Es sollen Frauen herrschen.
Bote Fürstin, Herrin, Mäjestät Rosella von Rosenburg Lord Rajinski und Lady Olivia von Odensee bitten um Audienz.
Fürstin Oooh! Nun, gut. Lasset sie eintreten.
Lady Wunderschönen guten Tag, Majestät. Euer Antlitz ist heller als die Sonne mittags scheinen kann.
Fürstin Danke, ich weiß.
Lord Guten Tag, Majestät. Ihr seht heute wieder bezaubernd aus.
Fürstin Jaja, ein wahres Wort. Was ist Euer Anliegen?
Lady Majestät, die Frauen fordern Gerechtigkeit. Nun ist es an der Zeit, dass die Frauen über die Männer herrschen sollen.
Lord Aber Majestät, seit jeher herrscht der Mann über die Frau, wie es in der Bibel geschrieben steht. Das schwache Geschlecht ist nicht zum Herrschen geboren. Es ist nicht in der Lage die Männer, geschweige denn ein Land zu führen.
Fürstin Aha.
Lady Wollt ihr, Lord, damit etwa sagen, dass die Majestät, kraft ihres Geschlechts nicht in der Lage ist, über ihr Land zu herrschen? Nun? Wolltet ihr das sagen, Lord Rajinsky?
Fürstin Wolltet ihr das sagen, Lord Rajinskiy?
Lord Nein, niemals würde ich es wagen, ihre Autorität in Frage zu stellen. Aber - so steht es nun einmal in der Bibel. Die Frau sei dem Manne untertan. Und wir als gute Christen müssen uns an die heilige Schrift halten.
Fürstin Ein wahres Wort. Lady, habt ihr einen Vorschlag um diesem Dilemma zu entkommen?
Lady Die Männer waren seit Menschengedenken an der Macht und was haben sie uns beschert, Krieg, Elend und Zerstörung. Ich bleibe dabei, dass von nun an die Frauen herrschen.
Fürstin Ein wahres Wort. Holet mir den Boten.
Bote Majestät, Fürstin, Herrin Rosella von Rosenburg, was wünschen Sie?
Fürstin Gehet zum Volke und verkündet ihnen dass ihre Fürstin Rosella von Rosenburg eine Lösung für das Problem gefunden hat. Gehet hinfort!
Bote Aber Majestät, Sie haben mir die frohe Kunde noch nicht verkündet.
Fürstin Natürlich habe ich das, wollt ihr mich etwa als Lügnerin bezeichnen!!!
Bote Nein meine Majestät, natürlich nicht.
Fürstin Diese debilen Untertanen, also die frohe Kunde ist … Lady, was ist noch einmal die frohe Kunde?
Lady Die Frauen sind nun an der Macht.
Fürstin Richtig. Die Frau herrsche von nun an über den Mann.
Bote Ja Majestät, ich eile die frohe Botschaft zu verkünden.
Bot eilt hinaus, verkündet – und kommt wieder herein.
Fürstin Nun, Bote, berichtet mir.
Bote Majestät, es wird einen Aufstand geben! Die Männer wollen die Macht nicht kampflos den Frauen überlassen!
Fürstin Oh! Ist dem so? My Lady, was schlagen Sie vor?
Lady Nun, so müssen wir wohl oder über zu einer List greifen. Der Mann solle nach außen hin das Gefühl haben , er herrsche. Aber im engen Familienkreis herrsche die Frau über den Mann.
Fürstin Bote!
Bote Ja, Majestät?
Fürstin Ich habe eine geniale Idee! Ich habe mir überlegt, dass der Mann … äh… My Lady?
Lady ...nur in der Öffentlichkeit herrsche. Zu Hause führe die Frau das Regiment.
Fürstin Ja genau, das war meine Idee. Bote, verkündet sie!
Bote Ja, Majestät.
Lady Auf Wiedersehen, Majestät. Sie sehen einfach hinreißend aus. Wie immer.
Lord Bis bald, Majestät. Schönes Kleid.
4. Szene. Das Gesuch der Bouffons.
Nora „Tretet näher,
Paula Vielen Dank Frau hochwohlgeborene -äh - Gräfin für die Eminenz, äh
Audienz...
Carmen „Eure Majestät, wir bitten Euch, uns anzuhören, und dann über unsere
Vorschläge zu urteilen. Wir sind zwar arm, aber wir sind auch
Menschen! Wir werden jedoch nur unterdrückt und von allen Leuten
behandelt wie der letzte Dreck! Könnte es nicht sein, dass jeder gleich
angesehen ist, dass es jedem freisteht, wie Herr Comenius sagt, zu
lernen und sich zu bilden, wie es ihm gefällt? Wir wünschen uns genug
zu essen und zu trinken, genug Geld, um uns Wohnungen zu
beschaffen.
Paula: „Und vor allem wünschen wir, dass es weder zu reiche Menschen, noch zu arme gibt, jeder soll genug von dem haben, was er braucht, sei es nun Geld, Essen oder ein festes Dach über dem Kopf!"
Nora „Nun, natürlich verstehe ich euer Anliegen, aber ihr müsst
wissen, dass alles , ich, eure durchlauchtigste Herrscherin, jeder
Baum in meinem Reich und auch meine Untertanen einzig und allein
durch göttliche Vorsehung existieren. Durch den weisen Ratschluss
Gottes wurde ich, dank meiner herausragenden Persönlichkeit, zur
Gräfin auserkoren, und ihr zu Bauern. Diese ehernen Gesetze
anzweifeln zu wollen hieße, sich gegen Gott zu versündigen. Ist es
das, was ihr im Schilde führt?
Paula Nein, natürlich nicht, wir sind alles gottesfürchtige Menschen, aber steht nicht schon im Neuen Testament....
Nora .(in scharfem Tone)...Gebt Gott was Gottes ist und dem Kaiser, was des Kaisers ist.
Paula Ja, aber...(wird von den anderen zurückgezogen)
Sonja *hustet* „Euer Hochwohlgeboren..auch der Herr Comenius meint.... Wir wollen doch nur etwas besser behandelt werden! Was täte es Ihnen, den Adligen, wenn Sie uns wie Menschen behandeln würden? Wir finden es ungerecht, dass Sie so viel haben und wir nicht einmal das Nötigste!"
Julia Und wie steht es, wenn sie mir die Freizügigkeit gewähren, das zu fragen, mit der Religionsfreiheit. Ist es nicht möglich, ich meine, warum können wir Untertanen unseren Glauben nicht frei wählen? In allem sind wir abhängig. Sind nicht alle Menschen vor Gott gleich? Müssen einem gütigen Gott nicht alle Menschen gleich viel wert sein?
Fürstin Gütiger Gott, wer hat euch diese Flausen ins Ohr gesetzt. Ihr habt, was euch gebührt! Freiheit? Gleiche Würde? Lächerlich!! Eine Anmmaßung! Wachen! Wachen! Jagd sie zum Tor hinaus. Wie konnten sie es nur wagen, so mit mir zu sprechen?!
5. Szene. Die Blasiertheit der Vermögenden.
Chiara Ach und Versailles, formidable , merveilleux, traumhaft
Und wir müssen hier in diesen Gemäuern hausen, so gänzlich ohne Hofstaat, nur ein paar lausige Diener.
Linda die die Etikette nur ganz rudimentär beherrschen.
Kathi Und überdies noch unzuverlässig, langsam, undankbar und aufmüpfig sind.
Nora In ihrer bodenlosen Blödheit merken sie gar nicht wie privilegiert...
Linda Zurück in den Schweinestall mit ihnen, wenn sie nicht parieren.
Chiara Ach wenn das Leben doch nur ein bisschen kurzweiliger wäre. Am Hof, am Hof müsste man leben, en France... Mit seinen rauschenden Festen, seiner Musik, den Theateraufführungen. Ein Kleid ein zweites Mal anzuziehen gälte als ordinär, dégoûtant. Aber wir hier in der Provinz, immer dasselbe, immer das gleiche, dieser Ennui, alles ist so ennuyant, man muss sich den ganzen lieben langen Tag nur ennuyieren.
Die Welt ist so grausam.
Kathi Sie sagen es sei Krieg?
Nora Krieg? Krieg? Ich merke nichts vom Krieg.
Linda Weinende Mütter? Wo? Diese nichtsnutzigen Bauernlümmel sollen mal sehen, was Zucht und Ordnung ist beim Militär. Die sollen ihnen ruhig Mores lehren.
Kathi Und wenn ein paar dieser Galgenvögel auf dem Schlachtfeld der Ehre für Gott und Vaterland sterben, dann haben sie sich wenigstens einmal in ihrem Leben aus den Niederungen ihrer kläglichen Existenz erhoben.
Chiara Es ist wieder kalt, Diener, Diener So erscheine er doch. Sofort.
Amadeus Sie wünschen?
Chiara Was soll das, sollen wir uns eine Lungenentzündung holen. (hüstel, hüstel)Weiß der Lump von einem Kammerdiener nicht, wie man einen Ofen bedient. Sind wir Bauern, die sich in ihrer Kate an ihrem Vieh wärmen? Will er uns erfrieren lassen. Beeilung. Beeilung.
Amadeus Sehr wohl, meine Herrschaften.
Nora Habt ihr schon gehört, Fürst Stechlin, sein Leibdiener hat ihn bestohlen. Er habe gejammert wie ein kleines Kind: „Habt Erbarmen, wie soll ich meine 8 Kinder durchbringen. Ohne Frau, sie ist im Kindbett gestorben... „.
Kathi mit aller Härte durchgreifen. Wenn wir Milde zeigen, sind wir verloren und verkauft.
Linda Wir füttern sie durch – was ist der Dank? Sie bestehlen uns. Unsere drei Gutshöfe hatten letztes Jahr weniger Ertrag wie die Jahre zuvor. Warum? Weil die Bauern faule Säcke sind, anstatt anständig zu arbeiten saufen und huren sie herum.
Nora Gesindel, Abschaum, Aufknüpfen, elendes Bauernpack.
Kathi Wenn sie wüssten. Alles, was wir haben ist doch nur eine einzige Belastung. Die Habenichtse sind wirklich frei zu tun und zu lassen, was sie wollen. Nichts haben ist ein leichtes Tragen.
Chiara Dieses Repräsentieren, dieses leidige Repräsentieren – mit den wenigen Mitteln, die einem zur Verfügung stehen hier in der Provinz. En France, en France müsste man leben. á Paris,
am Hof, Versailles, merveilleux...
6. Szene. Veränderung beginnt in den Köpfen.
Reden hilft nichts, wir müssen Taten setzen
Revolution
Herunter mit ihnen vom hohen Ross
Ihr Leben ist wie ein langer Sonntag
Schluss damit
wir rackern uns ab
Und sie spucken auf uns
Wer nicht hören will, muss fühlen
Revolution
Nieder mit der Aristokratie
Aufknüpfen
Warum Gleiches mit Gleichem vergelten.
Gewalt gebiert immer Gewalt. Warum Schuld auf uns laden
Evolution statt Revolution. Die Zeit arbeitet für uns
Zeit arbeitet gar nicht! Was wir nicht verändern, bleibt unverändert.
Ja, aber ohne Gewalt, friedlich.
Friedlich, ohne Gewalt? Wie stellst du dir das vor? Glaubst du im Ernst, die verzichten freiwillig auf ihre Macht. Die kapieren erst, wenn man ihnen auf den Kopf haut.
Und was kommt dabei heraus? Alle unsere Aufstände wurden blutig niedergeschlagen. Was richtet dein Dreschflegel aus gegen ihre Armeen? Wenn's gegen uns geht, da halten die zusammen wie Pech und Schwefel.
Der Schlüssel zu einer Verbesserung unserer Verhältnisse ist Bildung?
Wir müssen lesen lernen und schreiben.
Das kann uns niemand mehr wegnehmen
Durch Gewalt verlieren wir nur unser Seelenheil und dann ist alles verloren
Die derzeitige Ordnung ist willkürlich und nicht gottgewollt. Wenn wir uns organisieren und artikulieren und demonstrieren. Wer soll uns dann auf Dauer aufhalten? Wir sind das Volk! Das alte System ist dem Untergang geweiht. Die Schmarotzer wissen es! Deshalb zittern sie schon vor uns. Aber wir sind nicht mehr aufzuhalten. Der Freiheit, der Brüderlichkeit und der Gleichheit gehören die Zukunft.
Alle Menschen werden gleich sein, ohn Ansehen des Standes, der Sprache, des Besitzes und des Geschlechts. Wir werden sein ein einig Volk von Brüdern.
Die Sonne scheint allen gleich
Das ganze menschliche Geschlecht ist einer Abkunft, von einem Blut.
Wir werden uns selbst aus unserer Unmündigkeit befreien durch lesen, rechnen, schreiben.
Wir werden ihnen die Leviten lesen!
Wir rechnen ab mit ihnen!
Wir schreiben ihnen was vor!
Wir werden ihnen das Fürchten lehren!
Wissen wird unsere Macht sein.
Die Veränderung beginnt in den Köpfen!
Und nichts kann uns aufhalten!
7. Szene. Comenius Rap (Nach der Melodie von Falcos AmadeusJ.
Er war ein Tschech
Und hatte leider großes Pech
Es war in Mähren, Moravia
Wo er geboren ward
Er lernte schnell, er lernte viel
Alles wissen war sein Ziel
Und jeder rief:
Come on and teach me Comenius
Er war Humanist
Er war Visionär
Er war ein Arbeitstier
Und er hatte Flair
Er war ein Pädagoge
War ein weiser Mann
Und alles rief:
Come on and teach me Comenius
Comenius, Comenius,
Comenius,
Comenius, Comenius,
Comenius,
Comenius, Comenius,
Oh, Oh Oh Comenius
Come on and teach me Comenius
Comenius, Comenius,
Comenius,
Comenius, Comenius,
Comenius,
Comenius, Comenius,
Oh, Oh Oh Comenius
Hey!
Es war um 1660
Und in Amsterdam
Sein Leben dauert nicht mehr lang
Doch ihm wurd nicht bang
noch mit 70 Jahren
War er voll Leidenschaft
Er war ein Mann mit Profil
Und er lebte im Exil
Er war Humanist
Er war Visionär
Er war ein Arbeitstier
Und er hatte Flair
Er war ein Pädagoge
War ein weiser Mann
Und alles ruft noch heute:
Come on and teach me Comenius
Comenius, Comenius,
Comenius,
Comenius, Comenius,
Comenius,
Comenius, Comenius,
Oh, Oh Oh Comenius
Come on and teach me, Comenius
Comenius, Comenius,
Comenius,
Comenius, Comenius,
Comenius,
Comenius, Comenius,
Oh, Oh Oh Comenius
Comenius, Comenius,
Comenius,
Comenius, Comenius,
Comenius,
Comenius, Comenius,
Oh, Oh Oh Comenius
….Fade out
Fine
